Vor ungefähr 12'000 Jahren war die Schweiz noch fast ganz von Gletschern bedeckt. Aus der Eiswüste ragten hohe Berge empor, nirgendwo schien Leben zu sein. Kräuter, Sträucher oder gar Bäume gediehen nur südlich der Alpen, in den wärmeren Regionen am Mittelmeer. Als gegen Ende der Eiszeit die Gletscher langsam abtauten, blieben nackte Felsen und Schotterfelder zurück. Auf kargem Boden entwickelte sich allmählich eine dünne Pflanzendecke. Es entstand eine Tundra, wie wir sie heute noch in Nordskandinavien vorfinden. Die ersten Bäume, die auf dem spärlichen Boden gedeihen konnten waren Birken und Föhren. Sie wurden bald vom Haselstrauch abgelöst, dem sich vor ungefähr 5'000 Jahren Eichen hinzugesellten. Erst mit Beginn unserer Zeitrechnung siedelten sich die heute überall verbreiteten Buchen an.

Mit der Ausbreitung und Sesshaftwerdung des Menschen und der Einführung des Ackerbaus wurden auch ganze Waldflächen gerodet. Je grösser die Bevölkerungszahlen über die Jahrtausende wurde, desto höher wurde auch der Bedarf an Bau- und Brennholz. Dies führte in der Folge vielerorts zu einem eigentlichen Raubbau, was anschliessend grossflächige Aufforstungen nötig machte und zu ersten forstwirtschaftlichen Reglementierungen führte. Erstmals kam da auch der Begriff der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen auf. Die heutigen Wälder sind meist stark durch die menschliche Nutzung geprägt, sodass kaum noch unbeeinflusste Urwälder zu finden sind.

"Wald" ist eigentlich ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Lebensräume. Was ihnen allen aber gemeinsam ist, ist der mehr oder weniger dichte Baumbestand. Je nach Standort, Arten- und Alterszusammensetzung weisen Wälder ganz unterschiedliche Strukturen auf. Der Wald ist von der Wurzelschicht bis in die oberste Baumschicht Lebensraum für unzählige Arten von Lebewesen, die es zu entdecken gilt.

 

Waldnutzung

Gemäss Landesforstinventar beträgt die jährliche Holznutzung in der Schweiz rund 7.3 Millionen Kubikmeter. Die regionalen Unterschiede sind jedoch gross: Am stärksten wird der Wald im Mittelland genutzt, deutlich weniger stark im Jura, in den Voralpen und in den Alpen und am schwächsten auf der Alpensüdseite. Dabei ist der Anteil an genutztem Nadelholz fast dreimal höher als der von Laubholz.

Der Forstbetrieb Leberberg, welcher einen grossen Teil der Wälder am Jura-Südfuss an der 1. Jurakette von Bettlach bis Flumental bewirtschaftet, erntet pro jahr etwa 12'000 bis 13'000 m3 Holz. Das entspricht etwa 200 beladenen Eisenbahnwagen oder einer Holzbeige von 1.5 Meter Höhe von Solothurn bis Grenchen. Rund 60 Prozent der gefällten Bäume werden an Sägereien geliefert und 40 Prozent für die Energiegewinnung verwendet. Pro Jahr werden ca. 12'000 m3 Holzschnitzel hergestellt, was etwa 1.2 Mio. Liter Heizöl ersetzt.

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